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In unseren Rubrik "Menschgefühl" präsentieren unsere LyrikerInnen Emmy Huber, Christopher Meister und Moritz Tiemann (EP) ihr lyrisches Talent und nehmen euch mit auf eine Reise in die Gedanken- und Gefühlwelt der unterschiedlichsten Menschen, ihren Alltag und ihre eigenen Welten - wir wünschen euch viel Spaß auf dieser Reise. Heute präsentieren wir euch die Gedichte von Christopher und Moritz.

 

Die Kerze (Christopher Meister)

Eine Kerze,

Sie bringt Licht und Wärme,

Solange sie Wachs hat.

Wenn das doch für immer wäre.

 

Doch nun ist die Kerze erloschen,

Denn wir sehen nichts, kein Licht.

Doch schließen wir die Augen und denken an die Wärme,

Dann wünschen wir uns, dass das für immer wäre.

 

Wenn wir uns an die Zeit erinnern,

An der die Kerze brannte

Fällt uns auf,

Dass das Licht und die Wärme nicht weg sind.

 

Das Licht der Kerze brennt in uns weiter

Und erfüllt unser Herz mit Wärme.

Das ist das was für immer bleibt.

Nie geht es verloren

 

Nun liegt Uroma hier;

Im Himmel mit Uropa wieder vereint.

Das wird auch immer so bleiben,

Solange ihr Licht in uns weiter scheint.

 

Denn die Liebe wärt für immer,

Egal wo sie ist.

Hier, in Erinnerungen,

Überall wo du bist.

 

Uroma wir haben Dich lieb,

Wir lieben dich

Und bedanken uns für

Deine warme hellleuchtende Kerze.

 

Gedichte von Moritz Tiemann

Zerissen wie die alten Briefe
traurig trauernd triefe
ich in meinem Inneren
und sehe auf die Schimmernden*
Die leuchten wie das Licht der Freude
während ich die Zeit vergeude
 
Die Zeit, die ich eigentlich bräucht
einfach Effizienz** entfleucht
tief in meinem schmerzend Herz
entzündet sich die Trauerkerz***
bis das Zeitliche mich gesegnet
mir den Weg zum Himmel ebnet
 
Vielleicht finde ich dort die Ruh
denkend dankend dinierst**** du
zusammen mit dem andren Mann
der dir so viel geben kann
während ich schaue zurück
auf die Liebe, auf dein Glück
 
Auch in diesem Gedicht wird der Neid einer vorher verletzten Person deutlich. Das männliche lyrische Ich (s. „andren Mann“) scheint einer vergangenen Liebe hinterherzutrauern, obwohl diese längst einen anderen Lebenspartner gefunden hat. Das lyrische Ich kann aber seine Gefühle nicht ablegen sondern fühlt sich nach wie vor zum lyrischen Du hingezogen. 
 
Ich denk an all die guten Tage
Denk zurück an alte Zeit
stell mir immer dieselbe Frage:
Wie kam es nur so weit? 
 
Denk zurück an all geteiltes Leid, 
Ans Trauern, in der dunklen Welt
der Gefühle, stets zu zweit
Denn all das was uns zusammenhält:
 
Ist all von unsrem trau'gen Neid
auf den glücklich Seelenfrieden, 
in des Lebens Verwobenheit*
werde ich dich immer lieben
 
Doch nun stehe ich ganz allein
vor deinem Stein der Ewigkeit**
Fühle mich bei dir daheim
Und denk zurück an alte Zeit
 
Hier denkt das lyrische Ich rückblickend zurück an „alte Zeit“, die er/sie scheinbar mit einer Geliebten verbracht hat. Beide scheinen verletzt worden zu sein und eine schwere Zeit gehabt zu haben, was besonders in der 2. Strophe deutlich wird. Nun steht er/sie vor dem Grab („Stein der Ewigkeit“) der angesprochenen Person und wird nostalgisch